Callaway
Die Golffirma Callaway entstand im Jahre 1982 und erhielt seinen Namen von Ely Reeves Callaway Jr.. Heute gehört Callaway zu den führenden Golffirmen der Welt, doch bis es so weit war, war es ein weiter Weg.
Ely Reeves Callaway Jr. wurde in La Grange in Georgia geboren. Bereits sein Großvater besaß eine Plantage mit 20 Sklaven, doch in den 60er Jahren des 19ten Jahrhunderts, nach dem Bürgerkrieg, verlor die Familie Callaway ihren gesamten Besitz. So leicht gaben sich die Callaways jedoch nicht geschlagen und Fuller Callaway, der Onkel von Ely, war die treibende Kraft um den Familienbesitz wieder aufzubauen. Er arbeitete zunächst als Farmer um später das so verdiente Geld in Banken und Textilien geschickt zu investieren, bis er schließlich im Baumwollhandel tätig war. Auch Elys Vater arbeitete für Fuller Callaway.
Als Ely Callaway die Emory Universität beendet hatte, wollte er zunächst auch für die Familie arbeiten, doch sein Vater riet ihm davon ab. Daher suchte sich Ely seinen eigenen Weg. 1940 arbeitete er als Laufbursche bei der Trust Company, doch dann entschied er sich zur Army zu gehen, wo er noch im gleichen Jahr für die Textilbeschaffung im Versorgungslager zuständig wurde. Schnell stieg er bis zum Major auf und hatte bereits mit 24 Jahren 70 Zivilisten und zwei Anwälte unter sich. Er machte seinen Weg, doch 1954 wurde Ely Callaway nach einem heftigen Streit gefeuert, woraufhin er eine Anstellung bei Textern Industries fand. Schon 1968 wurde er Vorstandsvorsitzender der Firma Burlington, an welche vorher Textron verkauft worden war. Doch auch hier kommt es wieder zu Unstimmigkeiten und Ely Callaway verlässt das Unternehmen im Jahre 1973. Nun hatte er von der Textilindustrie erst einmal genug und gründete eine Kelterei in Temecula, die schon
bald die besten und teuersten Restaurants belieferte. Diese verkaufte er im Jahre 1981 für 14 Millionen Dollar, wobei er neun Millionen Dollar Gewinn machte.
Mit 60 Jahren erinnerte er sich daran, dass er in seiner Jugend leidenschaftlich gerne Golf gespielt hatte. Diesem Hobby ging er nun wieder verstärkt nach. Eines Tages fiel ihm ein Putter und ein Wedge in die Hände, deren Schäfte von Hickory Stick USA hergestellt wurden. Von dem mit Hickoryholz ummantelten Stahlschäften dieser Firma war Ely Callaway derart begeistert, dass er umgehend anbot, in diese Firma zu investieren und bereits 1982 war er Mehrheitseigner dieser Firma.
1983 benannte er die Firma um in Callaway Hickory Stick USA, wurde Präsident dieser Firma und verlegte den Firmensitz nach Cathedral City in Kalifornien. Ely Callaway machte sich zu dieser Zeit noch die Mühe und belieferte seine Kunden höchst persönlich und aus dem Kofferraum seines Cadillacs. 1985 zog die Firma erneut um, dieses Mal nach Carlsbad in Kalifornien, nachdem Ely Callaway Richard C. Helmstetter als Berater eingestellt hatte. Dieser war schnell Chefdesigner und unter ihm wurde Callaway die erste Firma in der Golfwelt, welche für die exakten und geraden Schaftflächen der Putter computergesteuerte Fräsen benutze.
1988 wurde die Firma erneut umbenannt, dieses Mal erhielt sie den Namen Callaway Golf Company. Um den Umsatz der Firma noch weiter zu steigern entwickelte Helmstetter den S2H2, ein Schläger, bei dem der Schaft bis in den Schlägerkopf verlängert wurde. Mit
diesem neuen Produkt erzielte Callaway durchschlagende Erfolge. Schon ein Jahr später revolutionierte Callaway den Golfmarkt erneut, dieses Mal mit einem Holz im 4-Facetten Design. Mit diesen Technologien war Cvallaway seiner zeit bereits weit voraus und schon 1990 war der von Callaway entwickelte Driver der Meistgespielte auf der Senior Tour. Durch all seine Neuerungen konnte Callaway seinen Umsatz in nur 3 Jahren von 4,8 Millionen auf 54,7 Millionen erhöhen.
1992 geht Callaway an die Börse und erhöht damit seinen Umsatz auf 133 Millionen Dollar. Ein großer Faktor bei diesem unglaublich gut laufenden Geschäft war der von Callaway bereits 1991 entwickelte Big Bertha Driver, der einen reißenden Absatz fand. 1994 folgten die zu
diesem Driver passenden Eisen. Zwar war Callaway alles andere als billig, doch jeder der etwas auf sich hielt musste Callaway spielen. Nun kam auch noch die Zeit, in der der Golfsport sich langsam zur Breitensportart ausweitete, so dass die Nachfrage an Golfartikeln stieg und damit auch die Umsätze von Callaway unvorstellbare Dimensionen erreichten.
Natürlich schossen nun auch viele neue Golffirmen aus dem Boden, welche an diesem Boom teilhaben wollten und den großen Firmen durchaus Konkurrenz machten. Doch Callaway konnte stets dagegen halten, vor allen Dingen dadurch, dass callaway schon früh viel Geld in die Forschung und die Neu- und Weiterentwicklung von Golfschlägern steckte.
1997 Kaufte Callaway den Putterhersteller Odyssey Sports Inc. Und gründete Callaway Golf Media um sich nicht auf ein einziges Standbein verlassen zu müssen und das Risiko etwas zu verteilen. Doch es half nichts, die anderen Firmen wurden trotz großem Engagement von Seiten Callaways immer stärker. Ely Callaway hatte sich eigentlich zu dieser Zeit bereits aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, doch nun beschloss er wieder als CEO tätig zu sein. Er senkte di Kosten durch Entlassungen und die Überarbeitung der Produktpalette. Dennoch blieb der gewünschte Erfolg aus, aber Ely Callaway gab nicht auf.
Im April 2001 musste er einen privaten Rückschlag hinnehmen, als man bei ihm Schilddrüsenkrebs feststellte. Nur vier Monate später verstarb Ely Callaway in Karlsbad.
Nun lag die Leitung von Callaway in den Händen von Ron Drapeau. Er versucht die Firma im Sinne von Ely Callaway weiter zu führen, also verstärkt auf immer neue Technologien und Weiterentwicklungen zu setzen, was ihm auch gut gelingt. Der Umsatz steigt, doch die unglaublichen Zahlen der Zeit des Booms sind vorbei.
Bis heute ist Callaway führend auf dem Golfmarkt, doch der große Erfolg von Früher bleibt bisher aus.